Aufgabenbasierte Komposition von User-Interface-Mashups

2015

Die Dissertation baut fachlich und technisch auf dem Forschungsprojekt DEMISA auf und untersucht, wie benutzerzentrierte Web-Anwendungen systematisch aus wiederverwendbaren UI-Komponenten zusammengesetzt werden können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Geschäftsprozesse und Benutzeroberflächen in der Praxis häufig getrennt modelliert und entwickelt werden, obwohl sie eng miteinander verknüpft sind.

Kern der Arbeit ist ein modellgetriebener Ansatz, der Geschäftsprozesse schrittweise in Aufgabenmodelle überführt und diese mit UI-relevanten Informationen anreichert. Die Modellierung basiert auf einem Ecore-Metamodell, das als formale Grundlage für Prozessmodelle, Aufgabenstrukturen, UI-Komponenten und deren Beziehungen dient. Ergänzend werden semantische Beschreibungen und Ontologien eingesetzt, um fachliche Konzepte, Rollen, Datenobjekte und Funktionalitäten explizit zu repräsentieren und maschinell auswertbar zu machen. Dadurch können Zusammenhänge zwischen Geschäftsprozessen, Aufgaben und UI-Bausteinen konsistent beschrieben und automatisiert verarbeitet werden.

Die praktische Umsetzung erfolgte in Form eines prototypischen Frameworks, bestehend aus grafischen Modellierungswerkzeugen, Transformationsregeln und einer Laufzeitumgebung. Technologisch kamen Java und das Eclipse Modeling Framework (EMF) für Modellierung, Metamodellierung und Transformationen zum Einsatz. Die Benutzeroberflächen wurden mit HTML, CSS und JavaScript realisiert und zur Laufzeit aus modellbasierten Beschreibungen zusammengesetzt. Externe Dienste und Datenquellen wurden über serviceorientierte Schnittstellen integriert. Der Prototyp zeigt, wie sich modellgetriebene Entwicklung, semantische Technologien und komponentenbasierte Web-Architekturen kombinieren lassen, um flexible, anpassbare und prozessnahe User-Interface-Mashups zu erzeugen.

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